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Thüringen: Land und Arbeitsagentur gehen wichtigen Schritt auf dem Weg zu erfolgreicher Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen

Arbeitsministerin Heike Werner und Kay Senius, Chef der Arbeitsagenturen in Thüringen, haben sich heute in Suhl über die Arbeitsberatung in einer Erstaufnahmeeinrichtung des Freistaates Thüringen informiert und die Eröffnung weiterer Büros angekündigt.

Seit dem 26. Oktober 2015 werden in der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl die schulischen und beruflichen Kompetenzen von Asylsuchenden auf freiwilliger Basis erfasst. Dazu hat die Bundesagentur für Arbeit in Zusammenarbeit mit der Thüringer Landesregierung ein Büro in der Aufnahmeeinrichtung am Friedberg eröffnet.

Die Thüringer Arbeitsministerin Heike Werner und der Chef der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Kay Senius, informierten sich heute vor Ort über die Startphase des Büros, das von Mitarbeitern der Agentur für Arbeit Suhl betreut wird. In den Gesprächen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeitsagentur sowie mit Flüchtlingen ging es um die ersten Erfahrungen und Eindrücke mit dem neuen Projekt. Dabei würdigten Ministerin Werner und Kay Senius die hohe Einsatzbereitschaft der Beschäftigten der Bundesagentur, die Flüchtlinge über ihre Möglichkeiten für Ausbildung und Arbeit zu informieren.

By: dielinke_sachsen

Die Thüringer Arbeitsministerin Heike Werner sagte: „Gemeinsam mit der Bundesagentur gehen wir die Aufgabe der Integration der zu uns kommenden Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt an. Die Erhebung der schulischen und beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten ist eine wichtige Voraussetzung, um die Menschen gezielt in Ausbildung und Arbeit zu vermitteln. Darum freue ich mich, dass es uns gelungen ist, das Beratungsbüro in der Suhler Erstaufnahmeeinrichtung in so kurzer Zeit einzurichten und zum Laufen zu bringen. Suhl ist unser Pilotprojekt. Die Erfahrungen, die wir hier sammeln, werden wir dazu nutzen, Büros in weiteren Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes zu eröffnen.“

Kay Senius erklärte: „Die Integration von Flüchtlingen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Kraft und Geduld erfordert. Umso wichtiger ist es, den Menschen, die bei uns Schutz suchen, einen schnellen Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen. Wir können dabei zwar keine schnellen Wunder erwarten, trotzdem lohnt sich das Engagement für alle. Es ist aber auch eine Investition in die Zukunft unseres besonders von Alterung und Fachkräftebedarfen betroffenen Freistaats. Wenn Thüringen wachsen soll, dann ist das Potential der Menschen, die zu uns kommen, ein Gewinn für uns alle. Je früher wir anfangen diese Potentiale zu erkennen und zu fördern, desto schneller können wir die Integrationsaufgabe meistern.“

Die Grundlage der Beratung bildet ein Fragebogen, der schulische und berufliche Qualifikationen sowie Sprachkenntnisse dokumentiert. Beim Ausfüllen des Fragebogens werden die Flüchtlinge durch Mitarbeiter der Arbeitsagentur und Sprachmittlern unterstützt. Der einfach gehaltene Fragebogen liegt in Englisch, Arabisch, Persisch (Dari), Serbisch, Kroatisch und Russisch vor. Damit soll sichergestellt werden, dass möglichst viele Flüchtlinge den Fragebogen ausfüllen und auf dieser Basis eine Beratung durch die Arbeitsagentur erhalten können. „Ich erhoffe mir von unserer Initiative auch ein Signal für eine bundesweite und einheitliche Erfassung der Qualifikation und Sprachkenntnisse der Flüchtlinge“, sagte Ministerin Werner in Richtung Berlin. „Die Bundesregierung hat es versäumt, eine entsprechende Regelung in das Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz aufzunehmen. Das sollte jetzt schnell und unbürokratisch nachgeholt werden“ so Werner.

Die Startphase des Projekts verläuft nach Einschätzung von Ministerin Werner und Kay Senius vielversprechend. Das Büro ist mit einem Arbeitsvermittler und einem Sprachmittler besetzt. Die Erfahrungen aus den ersten Tagen zeigen, dass insbesondere Menschen mit Hochschulabschluss und Studenten, die ihr Studium in Deutschland fortsetzen wollen, den Fragebogen nutzen und die Beratung in Anspruch nehmen. Aber auch Flüchtlinge, die in ihrer Heimat im Handwerk, in der Industrie, in Verkehrsberufen oder in der Landwirtschaft tätig waren, zeigen Interesse.

In der Beratung erhalten die Flüchtlinge Informationen zu ihren individuellen Perspektiven für Ausbildung und Arbeit in Thüringen. Dazu gehören auch Hinweise, wohin sie sich zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse wenden können.

Hintergrund
Die mit Hilfe des Fragebogens auf freiwilliger Basis erhobenen Daten der Flüchtlinge stehen über die Datenverwaltungssoftware der Bundesagentur für Arbeit allen Agenturen für Arbeit allen Jobcentern bundesweit zur Verfügung. Damit wird eine ortsunabhängige Vermittlung in Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration und die Nutzung dieser Informationen nach der Zuweisung der Asylsuchenden in die Kommunen gewährleistet.

Seit 26. Oktober 2015 bietet die Agentur für Arbeit Suhl mit zwei Mitarbeitern – einem Arbeitsvermittler und einem Sprachmittler – in den Räumen der Landesaufnahmestelle Informations- und Beratungsmöglichkeiten an.

Neben der Kompetenzerfassung werden erste Orientierungen zum Thema Lernen, Ausbildung und Arbeiten in Thüringen gegeben. Nach dem Willen der Thüringer Landesregierung und der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt/Thüringen der Bundesagentur für Arbeit sollen noch in diesem Jahr in den Aufnahmeeinrichtungen Mühlhausen und Gera weitere Beratungsbüros eingerichtet werden.

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