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Karl Marx über die Ursache der Finanzkrise – Peter Feist im Gespräch mit Michael Vogt

Peter Feist und Michael Voigt
Peter Feist und Michael Voigt

Die Unternehmen werden immer mehr produzieren (zumal unter den Bedingungen eines globalisierten Weltmarktes) als wir jemals kaufen und verbrauchen (d.h. konsumieren) können — genau darin besteht der Systemfehler, das ist die Kernaussage von Marx. Weil die Gesundbeter diesen Zusammenhang nicht verstehen oder nicht zugeben wollen/können, taugen auch ihre Rezepte zur Krisenbewältigung nichts. Deshalb, weil der Fehler im System angelegt ist, nicht durch Managerfehler oder nur die ungerechte Verteilung von Reichtum entsteht, wird aus einer Überproduktion bei gleichzeitiger zu geringer Konsumtion periodisch, regelmäßig alle paar Jahre wieder, eine Wirtschaftskrise. Weil dies keine Krise ist, die von den böswilligen Konsumenten verursacht wird, gab ihr Marx den Namen „Überproduktionskrise”. Die seit Herbst 2008 ausgebrochene Krise beinhaltet auch Elemente einer Überproduktionskrise (sogen. Krise der Realwirtschaft), hat aber ganz eigene, zum Teil neuartige Ursachen, weshalb sie zu Recht als Finanzkrise bezeichnet wird.

Was passiert, wenn jemand auf die “raffgierige” Idee kommt, mit diesen Zahlungsversprechen selbst zu handeln? Also sie zu verkaufen, sie zu beleihen, sie zu horten etc., um davon noch mehr Zinsen zu bekommen? Dann sind wir in der modernen Kreditwirtschaft und nun wird es gefährlich, wie uns Marx wissen lässt: “Mit der Entwicklung des zinstragenden Kapitals und des Kreditsystems scheint sich alles Kapital zu verdoppeln und stellenweise zu verdreifachen, durch die verschiedene Weise, worin dasselbe Kapital oder auch nur dieselbe Schuldforderung in verschiedenen Händen unter verschiednen Formen erscheint. Der größte Teil dieses „Geldkapitals” ist rein fiktiv.”

Wenn sich der Handel mit diesen verdoppelten und verdreifachten Zahlungsversprechen spekulativ ausweitet, entsteht ein immer größeres fiktives Kapital. Da aber letztendlich gilt, daß die Summe aller (Geld-)Werte mit der Summe aller Waren gleich sein muss, (was bedeutet, dass man zu jeder Zeit jedes Geld in eine Ware (Dienstleistung) umtauschen können muss), ist dieses fiktive Kapital eine tickende Zeitbombe. Es geht alles solange gut, wie keiner ernsthaft nachfragt (ernsthaft bedeutet in diesem Zusammenhang, dass jemand seine Papierschnipsel in irgend etwas Reales eintauschen will). Wenn das nämlich zu Viele gleichzeitig machen (wie z.B. am Beginn einer zyklischen Überproduktionskrise, wo alle Angst um ihren Besitz bekommen und in Panik alles verkaufen, um in reale Werte wie Gold oder Grund zu investieren, oder weil sie schlicht Geld brauchen), dann wird es kritisch. Dann zeigt sich, wie im Märchen, das der Kaiser nackt ist, das fiktive tatsächlich eine Fiktion war, oder neudeutsch die “Blase platzt”, weil tatsächlich das verdoppelte und verdreifachte eigentlich nur einmal da war!

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