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WARUM WÄHLST DU NOCH?

Die deutschen Völker haben schon lange vergessen, was Demokratie wirklich bedeutet. Der Begriff „Demokratie“ reduziert sich auf einen Irrglauben. Den Irrglauben, dass die Mehrheit des Volkes eine Minderheit ernennt, welche über sie herrschen darf sie vertritt. Die Fehlinterpretation von Demokratie geht mittlerweile soweit, dass wir akzeptiert haben, unsere Regierung von einer Minderheit des Volkes wählen zu lassen, um eine Mehrheit zu beherrschen. Ja, eine Minderheit wählt die Regierung.

Ja, wie geht das denn?

Aktuell leben rund 82 Millionen Menschen in Deutschland, wovon laut Bundeswahlleiter nur 64,4 Millionen wahlberechtigt sind. Die Wahlbeteiligung der letzten Bundestagswahl liegt laut Statista bei 71,5 Prozent. Das heist, abzüglich der 28,5% wahlberechtigter Nichtwähler kommen wir auf eine Gesamtwählerschaft von rund 46 Millionen Menschen. Demnach wählen nur 44 % der Bürger die Regierung. Also nicht einmal die Hälfte der Einwohner unseres Landes. Diese knappe Hälfte unserer Bevölkerung verteilt jetzt ihre Stimmen auf verschiedene Parteien. Die Gewinnerparteien der Bundestagswahl aus 2013 waren laut Bundeswahlleiter die CDU mit 34,1% und die SPD mit 25,7% der Stimmen. Die beiden Parteien bilden mit einer Koalition unsere Regierung. Das bedeutet, nur 59,8% (CDU + SPD) der aktiven Wähler dieses Landes „wollten“ das so. Also nur 27,5 Millionen Wahnsinnige. Die Zahl wäre noch WESENTLICH kleiner, wenn es keine große Koalition gäbe.

Unsere Regierung = Minderheitsregierung ≠ Demokratie

Nur ein Drittel der Bevölkerung will also das haben, was sich gerade Regierung nennt. Nur ein Drittel der Gesellschaft will sich von den Leuten in Berlin regieren lassen. Ein Drittel aller Deutschen nimmt sich also das Recht heraus, den Herrscher, der ihnen für 4 Jahre alle Entscheidungen abnimmt, zum Herrscher aller anderen zu ernennen. Und was, wenn die Berechnungen falsch sind? Was, wenn das alles gar nicht so schlimm ist, weil die Opposition ja auch was zu sagen hat und Babys ja eh nicht wählen können? Was, wenn wir einfach nur richtiger wählen müssen, damit alles besser wird? Es wird aber nicht besser.

wahl

Wer nicht wählt, wählt automatisch die Falschen

Wer sind denn die Falschen? Der Wähler ist kurzssichtig und glaubt an Wahlversprechen und Parteiprogramme. Beide werden zyklisch auf die aktuelle Wählerschaft umgebaut. Jede Partei, welche nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland in die Regierung gewählt wurde, hat bewiesen, dass sie ihr eigenes Wahlprogramm oder das Grundgesetz entweder absichtlich fehlinterpretiert oder missachtet. Und die Wähler, die schonmal so schlau sind und die Opposition wählen, glauben tatsächlich ganz fest, dass ihre heilige Partei viel besser wäre, wenn sie einmal an der Macht ist. Hoffnung und Glaube sind also der Treibstoff unserer Minderheitsdemokratie. Ausnahmslos jede Partei, die an der Regierung war, hat jedoch mit der Zeit ihre Grundwerte verraten. Das ist dem Wähler aber egal. Er geht wieder wählen und wählt beim nächsten mal dann endlich die Richtigen. Dieser Prozess wiederholt sich dann. Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten (Einstein™). Lerne also daraus! Geh nicht wählen!

Aber wir brauchen eine Regierung

Richtig. Für TTIP, Krieg, Überwachung, GEN-Food, Patente, Bankenrettungen, schlechte und überteuerte Gesundheits-/ und Bildungswesen braucht man definitiv Regierungen. Das würden wir sonst nie durchkriegen. Für das, was wir wirklich brauchen, ist aber keine Regierung nötig. Bei diesem Thema ist leider auf Grund fehlender Vorstellungskraft der Allgemeinheit schon Hopfen und Malz verloren. Die Mehrheit unseres Landes glaubt nach wie vor, dass die Bürger dieses Landes sich ohne eine Regierung alle wie Zombies benehmen würden. Ohne eine schöne Regierung in Berlin würden sofort alle Geschäfte geplündert und alle Jungfrauen vergewaltigt. (Warum das nicht passiert, erkläre ich vielleicht in einem anderen Artikel noch.) Jedem, der am aktuellen Regierungssystem mit Stadt-, Land-, Bundes- und EU-Ebene festhält, stelle ich folgende Frage: Wenn unser System so toll ist, warum bilden wir dann nicht eine demokratische Weltregierung? Die Chinesen hätten dann zwar bei jeder Abstimmung auf Grund ihrer „Mehrheit“ (da ist sie wieder) gewonnen, aber das ist nunmal Demokratie. Kannste halt nix gegen tun, wenn du aus Brüssel Peking regiert wirst.

Aber jeder, der nicht wählt, darf sich auch nicht beschweren

Nichts ist falscher als diese Behauptung. Jeder, der wählen geht, stimmt dem Regierungssystem in seiner Ungerechtigkeit zu. Er erkennt das System an, in dem er wählt. Egal, welche Regierung gebildet wird, er hat zugestimmt, dass überhaubt eine gebildet werden darf welche ihn regiert. Jeder Nichtwähler lehnt das ab. Die Gruppe der Nichtwähler ist die Einzige, die sich das Recht herausnehmen darf, sich über alles aufzuregen, was das politische Kaspertheater so zu bieten hat. Jeder, der seine Stimme abgibt, hat auch das Recht abgetreten, sich über etwas zu beschweren, da er die Ungerechtigkeit von vornherein zulässt und nicht an Selbstverwaltung, Selbstverwirklichung und natürliche Freiheit glaubt.

Wähler vs. Nichtwähler

Wähler nehmen ihre Verantwortung in der Demokratie NICHT wahr.  Wähler sind von Grund auf Leute, die ihre Verantwortung abgeben. Jede Ungerechtigkeit, welche von unserer Regierung verbrochen wird, hat eigentlich der Wähler zu verantworten. Dieser sagt aber schulterzuckend „war ich nicht, war die Regierung“ oder „ich hab die ja nicht gewählt, waren die anderen“. Ist das die Art von Verantwortung, die wir wollen?

Jemand, der mit dir noch nie geredet hat, bekommt von dir das Recht zu tun und zu lassen was er will – für 4 Jahre – IN DEINEM NAMEN? Wenn du hier mit Ja antwortest, gehörst du zur Gruppe der größten Weicheier auf diesem Planeten, die eigentlich auch gar nichts anderes verdient hat, als „immer von den Falschen“ regiert zu werden.

Nichtwähler hingegen sind Menschen, die es hassen sich herumkommandieren zu lassen. Nichtwähler sind die Einzigen, die aus der Geschichte gelernt haben. Sie glauben weder an Fremdbestimmung noch an „Wir schaffen das!“. Nichtwähler empfinden es als eine Beleidigung, wenn sie suggeriert bekommen, dass sie ihr Leben nicht im Griff hätten. Nichtwähler wollen frei sein. Deswegen gehen sie nicht wählen, sondern versuchen ihre Probleme selbst zu lösen. Sie bekämpfen selbst die Probleme, von denen typische Wähler behaupten, deren Lösung bedürfe einer Regierung. Am besten eine Regierung in der Stadt, noch eine im Bundesland, noch eine weitere in Berlin, natürlich eine in Brüssel, dann noch eine in Strassbourg und, weil esja nicht anders geht, noch eine in New York.

Wenn du wirklich frei sein willst – geh nicht wählen!

Wenn du wirklich etwas verändern willst, dann mach es! Wenn du gegen Machtkonzentration und politische Ungerechtigkeit bist, dann gib deine Stimme nicht ab, sonder behalte sie. Die Leute, die dich beherrschen, haben Angst, dass du nicht zur Wahl gehst. Sie haben Angst, dass sie deine Legitimation nicht mehr bekommen. Übernehme Verantwortung und gib sie nicht ab!

Warum wählst DU noch?

Der Artikel erschien ursprünglich auf http://idealism.us/wahlen/

Über Der Idealist

Der Idealist ist ein vielreisender Informatiker mit Altenburger Wurzeln. Er war bis jetzt in den USA, Niederlande, Südostasien, Rumänien, Spanien und natürlich seiner Heimat Deutschland für verschiedene Industrien tätig. Seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen schreibt er auf idealism.us nieder.

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