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Wissenschaft: Nanomotor aus Molekülen in München gebaut – Wissenschaftliche Texte lesen sich für manche wie ein Buch mit sieben Siegeln

By: Steve Jurvetson

Fachchinesisch, komplizierte Zusammenhänge, noch nie gehörte Fremdwörter! Da vergeht dem technisch Unbegabten schon mal nach der dritten Zeile das Lesen, weil er erst einmal googlen muss, was denn Dies und Das bedeutet. Hier bei AON werde ich versuchen, einen Kompromiss für wissenschaftliche Darstellungen zu verfassen und nehme dem Leser die Recherchearbeit ab. Also nicht ganz “Peter Lustig” (R.I.P.) und nicht ganz “Stephen Hawking”. Aber trotzdem bisschen “Xlars Freydenker” 😉

Beginnen möchte ich heute mit einem Beitrag über die allerkleinste Wissenschaft, die Nano-Technologie. Dort hat man Bakterien beobachtet, wie diese sich durch Flüssigkeiten bewegen. Dazu bedienen sich die mikroskopisch kleinen Lebewesen fadenförmiger Gebilde – den sogenannten Flagellen – an ihrer Außenwand.

Wikipedia sagt dazu: “Die Flagellen der Prokaryoten sind gewendelte Proteinfäden außerhalb der Zellmembran, die sich nicht aktiv verformen, an ihrem in der Zelle verankerten Ende durch einen Motor in Drehung versetzt werden und auf diese Weise – ähnlich wie ein Propeller – einen Schub oder Zug ausüben.”

Was Prokaryoten sind, weiß ich auch nicht .. aber ich denke, dass ist für diesen Artikel auch völlig egal 😉 Denn der Wissenschaft geht es um den Antrieb .. um den Motor. Nanomotoren werden für die Medizin, für die Synthese künstlicher Stoffe und die Auswertung biologischer Proben benötigt. Viele kennen diesen Prozess aus Science-Fiction-Filmen, wo einem Verletzten eine Flüssigkeit auf die Haut gegossen wird, welche sich dann in den Körper verzieht und die Wunde in Nullkommanix heilt. So weit ist die Wissenschaft noch nicht, aber dahin soll die Reise gehen.

Was die deutschen Nano-Forscher aber jetzt schon haben, ist ein Nachweis-Antrieb aus DNA-Molekülen, welcher die Entwicklung von sich drehenden Nanomotoren beschleunigen soll. Dieser besteht aus einem, nur einige millionstel Millimeter großem Rotationsmodul – wie die Fach-Zeitschrift „Science Advances“ berichtete. Die Münchner haben gleich mehrere Antriebsmöglichkeiten in petto, die auf ihre Umsetzung warten.

Philip Ketterer vom Labor für biomolekulare Nanotechnologie an der Technischen Universität München sagte: „Unser Mechanismus könnte als Plattform dienen, um verschiedene Theorien zur Funktionsweise von makromolekularen Motoren experimentell zu testen.“

Das Team um Ketterer nimmt als Baumaterial für den Nanomotor gerade und kurze DNA-Moleküle, wo sich 54 von diesen in einer Pufferlösung .. aus was auch immer diese bestehen mag 😉 … selbstständig parallel an einem Zylinder versammeln. Dieses innere Bauteil ist nur wenig Nanometer im zweistelligen Bereich groß. Und um dieses gruppieren sich weitere DNA-Stränge, welche eine zylindrische Hülle um das Ganze bilden. Das innere Teil von diesem Nano-Werk konnte sich in verschiedene Richtungen drehen! Sichtbar hat man das mit einem Elektronenmikroskop gemacht, als Nachweis für Dich und mich und die ganze Welt.

Leider war das eher eine mehr zufällige Beobachtung, da der Motor passiv ist. Er hat noch keinen eigenen Antrieb. Im oben genannten Experiment hatte man eine Flüssigkeit erwärmt, die eine sogenannte “Brownsche Molekularbewegung” auslöste. Hier brauchen wir nochmal Wiki:

“Die brownsche Bewegung ist die vom schottischen Botaniker Robert Brown im Jahr 1827 entdeckte unregelmäßige und ruckartige Wärmebewegung kleiner, aber mikroskopisch sichtbarer Teilchen in Flüssigkeiten und Gasen.”

In ferner Zukunft soll der Nanomotor eigenständig fahren, um zum Beispiel Nano-Container – gefüllt mit Medizin – zu laden, welche dann wie Bakterien durch die Blutbahn schwimmen. Ein Hoch auf unsere deutsche Wissenschaft und viel Erfolg nach München!

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Über Xlars Freydenker

Xlars Freydenker ist seit 1996 im Internet unterwegs. Seit Anbeginn seiner Zeit im WWW faszinierte ihn die Online-Kunst, welche er dann später auch ausleben sollte. Vor allem saugte er Teile des unermesslichen Wissens vom Netz in sich auf. Von 2000 bis 2007 produzierte er Unmengen an Webdesigns, Grafiken und Karikaturen als Freiberufler. Seit 2009 schreibt Xlars gesellschafts- und systemkritische Texte im Satire-Stil. Auch einmal ernst, oder prollig leicht. 2010 fand er den Weg zu Facebook, obwohl er sich Anfangs wegen der Datensicherheit dagegen verwehrte. 2011 wurde es dann ernster bei FB und der Name Xlars Freydenker wurde geboren. Seit 22.10.2015 engagiert Xlars sich wieder bei Altenburg-Online.de - was seit 1996 nun die 9. Grafik-Version dieser Webseite darstellt. Das Projekt wurde einige Jahre bei freydenker.com geparkt - wo er die Grundlagen für das neue "Altenburg-Online.de - Nachrichten (AON)" erwarb.

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