Home / Regionales / Altenburg & Umgebung / Das System köttelt – DLF schießt gegen das Bürgerforum Altenburger Land

Das System köttelt – DLF schießt gegen das Bürgerforum Altenburger Land

Fotos: D. Fleck
Fotos: D. Fleck

Wenn die Mainstream-Medien Schwergewichte wie den Deutschland-Funk in Stellung bringen, um gegen das bürgerschaftliche Engagement des Bürgerforum Altenburger Land zu schießen, zeigt das denjenigen, die sich von den Verheißungen der Systemmedien längst losgesagt haben, nur eines: das Bürgerforum Altenburger Land muss auf dem richtigen Weg sein.

Nicht anders ist der Artikel, der in hyperventilierender Schnappatmung zur Standard-Argumentation mit der Nazikeule greift, um die Geschehnisse in Altenburg für die komformistischen Systempresse-Konsumenten mundgerecht aufzubereiten, zu erklären. Wenn Menschen auf die Straße gehen und damit von ihrem urdemokratischen Recht Gebrauch machen, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen, schwafeln die Systemmedien von einer Erstarkung rechtspopulistischer und antidemokratischer Kräfte. Das ist in der Tat ein starkes Stück und an Verdrehung der Tatsachen nicht mehr zu überbieten. Zeigt es doch, wie weit sich die System-Schreiberlinge von den Interessen der einfachen Bürger entfernt haben und auf Schmusekurs mit dem Establishment gegen diese unliebsame, bürgerliche und basisdemokratische Eigendynamik anzuschreiben versuchen. Doch beim eigenwilligen Altenbürger werden sie mit dieser tendenziösen Pauschaldiffamierung auf den berühmt-berüchtigten Altenburger Dickschädel stoßen. So nicht, liebe Freunde!

1. Sternmarsch Zwickau 20.02.2016
1. Sternmarsch Zwickau 20.02.2016

Dass sich mittlerweile sogar die Bundeszentrale für politische Bildung für die Entwicklung eines nach ihrer Definition “völkischen Milieus” hier in Altenburg interessiert, spricht ebenso Bände. So fragt man sich, was gegen ein völkisches Milieu überhaupt einzuwenden ist. Was spricht dagegen, wenn sich Volksgruppen organisieren und für ihre Interessen eintreten? Nach welchen demokratischen Prinzipien will man eine derartige Entwicklung verurteilen oder gar verbieten? Ist es nicht Bestandteil der weltweit geltenden völkerrechtlich geregelten Grundlagen, dass jedem Volk ein Selbstbestimmungsprinzip zugrunde liegt? Ist es nicht Bestandteil unseres freiheitlich-organisierten Rechtsstaates, dass das Prinzip der freien Meinungsäußerung, der Bildung von politischen Vereinigungen und Interessengruppen für jeden gilt?

Oberbürgermeister Wolf Stadt Altenburg
Bildquelle: Stadtverwaltung

Natürlich konnte die Systempresse auch einen kleinen Erfolg mit dieser Kampagne erzielen, indem sie den Oberbürgermeister der Stadt Altenburg, der versuchte, sich dem Bürgerforum Altenburger Land anzunähern, weil er den vorgetragenen Argumenten der Bürgerbewegung Gehör schenkte, wieder zurück in die Reihe der selbsternannten Repräsentanten der Demokratie holte. Unverzeihlich, so suggeriert der Schreiber, seien diese Kontaktversuche eines Demokraten zu den Bürgern seiner Stadt. Sowas gehört sich wohl nicht. Und das wird bestimmt auch nicht noch einmal vorkommen nach so einer Rüge vom hochangesehenen Deutschland Funk. Ein Hoch auf die Demokratie!

Link zum DLF-Artikel

Nachtrag: Auf Nachfrage von AON bei den Initiatoren der Altenburger Bürgerbewegung stellte sich heraus, dass es keinerlei Kontaktversuche des Deutschland-Funk gab, um mit den Initiatoren über die Beweggründe für die Gründung der Bürgerbewegung zu sprechen. Ob diese Vorgehensweise dem Neutralitätsgebot journalistischer Arbeit entspricht; diese Beurteilung sei jedem selbst überlassen.

Über Michael Külbel

Michael Külbel ist freischaffender Künstler und Grafikdesigner aus Altenburg. Seit 2015 arbeitet er mit im Team von altenburg-online.de im Bereich Redaktion, Administration, Gestaltung und Berichterstattung.

siehe auch

Das Finanzsystem in der Krise – was stimmt mit unserem Geldsystem nicht?

Mit diesem Thema beschäftigt sich die Geldsystemkonferenz des Bürgerforum Altenburger Land am 20.05.2017 um 18:30 …

4 Kommentare

  1. Richard Hofmann

    Vielleicht täte ein Autor, wie Herr Külbel, gut daran, sich zu informieren, was eigentlich mit “völkisch” gemeint sein könnte, bevor er die Grundwerte der Demokratie in Gefahr sieht. Meiner Meinung nach war die sog. Nazikeule noch nie angebrachter, als bei der völkisch-nationalen, Verschwörungs- und Esoterikbewegungen, die sich gerade im kleinaltenbürgerlichen Milieu Bahn bricht. Offen bleibt auch die Frage, ob es einem demokratisch gewähltem Oberbürgermeister, sonderlich gut zu Gesicht steht, auf Veranstaltungen zu erscheinen, wo mit Figuren wie Herrn Elsässer, Leute iauftreten, die öffentlich zum Putsch aufgerufen haben.

    • Nun frage ich mich, wer zeigt mehr Demokratieverständnis, Bürgernähe bzw. Effektivität: Ein Politiker, der sich direkt Vorort über die Lage/Belange informiert, oder ein Politiker der nur alles vom Schreibtisch aus lenkt.
      Oder ein Autor der schreibt: “….Offen bleibt auch die Frage, ob es einem demokratisch gewähltem Oberbürgermeister, sonderlich gut zu Gesicht steht, …..”

      Selbst die großen Volksparteien sind jetzt nun endlich zu der Auffassung gelangt (nach den “erfolgreichen” Wahlen): Wir müssen den Menschen …….Zuhören…..Reden……

      Bezüglich der AfD und des Altenburger Bürgerforums, möchte ich viele Online-Besucher dieser Seite (AON) einmal daran erinnern, was war denn in den 70/80er Jahren mit den “Grünen”, als diese auf der Bildfläche erschienen.

      Sie wurden von den etablierten gesellschaftlichen Kräften als Angriff und Gefahr für das bestehende System gesehen, sowie eine Nähe zum Terrorismus der Rote Armee Fraktion in den 70er Jahren unterstellt.
      Und wären u.a. auch deutschlandfeindlich und systemkritisch, um nur einige Vorwürfe zu nennen.

      Ähnliche Kommentare (s.o.: Hofmann/Krause) hat es damals mehr als genug von anderen Autoren gegeben, ohne sich differenziert mit der Sachlage vertraut zu machen.

      Es wurde damals, leider auch heute noch, alles über einen Kamm geschert.

      Und wo sind die “Grünen/Bündnis90” jetzt ?

      • Richard Hofmann

        Es mag sein, dass die Grünen sich (zum Teil wohl auch zu Recht) mit derartigen Vorwürfen konfrontiert sahen. Ich frage mich nur inwiefern das die von mir geäusserte Kritik delegitimieren soll? Vielleicht benötigen Strömungen, wie das Altenburger Bürgerforum, X-gida oder Parteien wie die AfD, den Widerspruch, um zu einer konservativen Entsprechung dessen zu werden, was die Grünen heute sind. Das Problem am völkischen Narrativ ist, dass es eben nicht sonderlich viel mit der „Organisation von Volksgruppen“ zu tun hat. Niemand würde die Proteste gegen Stuttgart 21 als „völkisch“ bezeichnen. Külbels demokratisches Feigenblättchen weht recht schnell davon, blickt man in die Deutsche Geschichte. Aus irgendeinem Grund ist des Deutschen Freiheit stets die Freiheit der Deutschen, und nicht die Freiheit des Einzelnen. In der Konsequenz landet man immer bei der erblichen Volksgemeinschaft. Damit entpuppt sich Külbels Argument als klassischer Strohmann. Der Deutschlandfunk kritisiert nicht „die Organisation von Volksgruppen“ sondern den vollkommen richtig diagnostizierten völkischen Charakter dieses Bürgerforums. Mit der Deutschtümelei, dem geradezu wahnhaften Rekurrieren auf die sog. christlich-abendländische Kultur*, der Angst vor den die Volksgemeinschaft zersetzenden Einflüssen von aussen, das imaginierte Leid des deutschen Volkes, sowie der Sehnsucht nach hartem Durchgreifen (gerne von oben) liegt die Wurzel des Deutschen Nationalismus in einer Art geschichtlichen Wurmlochs frei. Die Frage ist nun, was das Bürgerforum draus macht. Ich kann bisher nichts von Protest erkennen. Nur die (selbst)bemitleidende Flucht in das Erbauungskabinett des entindividualisierten Bürgers, dem nach der Wende ausser dem Anblick der (mit Solibeitrag und EU-Fördermitteln) hübsch sanierten Marktplätze nichts geblieben ist.

        *die, wenn es sie denn überhaupt gibt, nirgendwo so wenig gelebt wird, wie im Milieu der völkischen Protestler

  2. Heinz-Dieter Krause

    Ein Kommentar an Herrn Kuelbel. Ich bezweifle, dass Sie sich den Bericht im Deutschlandfunk genau angehört haben. Die Antwort auf Ihre Frage, was falsch sei an völkischen Milieus in Deutschland – eine Frage, die Sie ja nur ironisch gemeint haben können – ist im Beitrag gegeben: Antisemitismus, Leugnung des Holocaust, auf Blutsbande aufbauendes Verhältnis zur Nation. Das zusammenommen ist falsch an deutsch-völkischen Milieus. Oder wollen Sie allen Ernstes und öffentlich die Konsequenzen nationalistisch-völkischen Denkens leugnen? Des Weiteren verwundet mich die permanente Anrufung an das Volk. Wer gibt Ihnen das Recht, den Begriff Volk fuer sich zu monopolisieren? Wer darf dabei sein und wer bleibt draussen bei Ihrer “Volksgruppe”?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.