Home / Regionales / Altenburg & Umgebung / Ca. 500 Bürger bei der Einwohnerversammlung in Altenburg Nord

Ca. 500 Bürger bei der Einwohnerversammlung in Altenburg Nord

14642322_1141616212587251_6773904331457195618_nDie Zahl beruht auf einer Schätzung meinerseits. Heute kamen ca. 500 Leute in Altenburg-Nord zur vom Oberbürgermeister Michael Wolf anberaumten Einwohnerversammlung zusammen.

Die Stimmung kann man durchaus als “geladen” zusammenfassen. Zwischenzeitlich hatte man das Gefühl, die Stimmung im Saal kippt um. Auch den Politikern, die durch den Abend moderierten, war mitunter anzusehen, dass ihnen nicht immer ganz wohl in ihrer Haut gewesen sein dürfte.
Bürger äußerten ihren Unmut über die Zustände in Nord. Vor allem die Lärmbelästigung, Probleme mit dem Müll, die soziokulturellen Unterschiede von Deutschen und Neubürgern und die zunehmende Ghettoisierung waren Themen, welche die Bürger zur Sprache brachten. Untermalt wurde die Veranstaltung von zahlreichen Zwischenrufen aufgebrachter Bürger, die ihren Unmut über die Bundespolitik an den anwesenden Regionalpolitikern abluden.

Trotz der aufgeladenen Stimmung war die Gesamtsituation relativ beherrscht. Oberbürgermeister Michael Wolf rief den Saal mehrmals zur Ruhe auf und appellierte an einen sachlichen Dialog. Mehrfach verwieß er auf die Verantwortlichkeit für die herrschenden Zustände bei der Bundespolitik, die von den regionalen Politikern weder zu verantworten noch zu lösen seien.

Dennoch nutzte Wolf das Podium, um gegen die Politik der Landrätin zu argumentieren. Diese Politik habe dazu geführt, dass Altenburg im Vergleich zu anderen Städten eine unverhältnismäßig große Last der Asylkrise zu tragen habe.

Frau Sojka argumentierte, dass die Aufteilung der Flüchtlinge mehr oder weniger von der Kooperationswilligkeit der verantwortlichen Bürgermeister abhinge und sie schließlich die Städte und Gemeinden nicht zwingen konnte, Flüchtlinge aufzunehmen und ihr Einfluss auf die Verteilung der Flüchtlinge, trotz Königsteiner Schlüssel, begrenzt sei. Auch wäre es für eine erolgreiche Integration besser, wenn Flüchtlinge am soziokulturellen Leben teilhaben könnten, was auf dem Land durch die mangelhafte Infrastruktur schwerer möglich sei.

Die Bürger von Altenburg-Nord ließen sich in der Mehrzahl von diesen Argumenten nicht überzeugen und machten klar, dass diese hohe Konzentration von Flüchtlingen in einem Stadtteil auch kein Weg für eine erfolgreiche Integration sein kann. Zudem bemängelten sie die fehlenden Fachkräfte im Bereich der Sozialarbeit, die zur Entspannung der Lage beitragen könnten. Flüchtlinge wie auch Bürger würden mit den Problemen, die in Altenburg herrschen, mehr oder weniger allein gelassen.

Während der Veranstaltung machte Sojka deutlich, dass die Situation sich jetzt entspannt habe und weniger Flüchtlinge in den Landkreis kämen. Dies führte sie als einen Erfolg der Bemühungen der Bundeskanzlerin aus. Dass es eher die europäischen Staaten rund um Deutschland waren, die durch ihr beherztes Handeln mit der Grenzschließung für eine Eindämmung der Flüchtlingsflut gesorgt haben, fand dabei keine Erwähnung.
Weiterhin versuchte Sojka die anwesenden Bürger mit Statistiken zu beschwichtigen, die aussagen sollten, dass die Anzahl der Asylbewerber in Altenburg Nord bis Ende nächsten Jahres deutlich abnehmen würde. Dies wäre zwar insoweit richtig, so konterte Wolf, dass aber Asylbewerber mit genehmigten Asylanträgen durch einen Rechtsstatuswechsel nicht mehr in der Verantwortung des Landkreises liegen würden, bedeute nicht, dass die Anzahl der in Altenburg-Nord wohnenden Menschen mit Migrationshintergrund rückläufig wäre. Die Probleme würden sich nur verlagern. Für eine Entspannung der Lage in Altenburg-Nord würde dies nicht sorgen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass hier und heute zwei verschiedene Welten aufeinander getroffen sind. Es ist grundsätzlich zu begrüßen und es war auch notwendig, dass sich die Politik den aufgebrachten Bürgern, die die kulturellen Auswirkungen der unkontrollierten Einwanderung am eigenen Leibe erfahren müssen, gestellt hat. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Eindrücke, die dieser Abend hinterlassen hat, bei den Politikern einbrennen und sie erkennen, dass sie nicht nur gegenüber den zu uns flüchtenden Hilfsbedürftigen, sondern auch gegenüber dem eigenem Volk eine Verantwortung tragen. Ein Video der gesamten Veranstaltung gibt es in den nächsten Tagen auf altenburg-online.de

Über Michael Külbel

Michael Külbel ist freischaffender Künstler und Grafikdesigner aus Altenburg. Seit 2015 arbeitet er mit im Team von altenburg-online.de im Bereich Redaktion, Administration, Gestaltung und Berichterstattung.

siehe auch

Das Finanzsystem in der Krise – was stimmt mit unserem Geldsystem nicht?

Mit diesem Thema beschäftigt sich die Geldsystemkonferenz des Bürgerforum Altenburger Land am 20.05.2017 um 18:30 …

Ein Kommentar

  1. Ein super Artikel, der genau beschreibt, was gestern bei der Versammlung los war.Hinzufügen möchte ich,das bei der Landrätin jeglicher Respekt gegenüber den anwesenden Bürgern gefehlt hat.Während OB Wolf jedesmal, wenn er was erläutert bzw.auf Fragen geantwortet hat,aufgestanden ist,klebte die Landrätin an ihrem Stuhl. Desweiteren,Wand sie sich jedesmal wie ein Aal oder wiegelte einfach nur mit Zahlen und Statistiken ab.Was sie vollkommen vergessen hat,ihr gegenüber süßen Wähler!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.