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Toleranz im Namen des Kapitalismus?

Da kann man sich schon einmal verwundert die Augen reiben. Surft man völlig unbedarft auf der Webseite des Theaters Altenburg und will sich über den aktuellen Spielplan informieren, stößt man auf einmal unverhofft auf eine nicht ganz unumstrittene Werbebotschaft des Altenburger Unternehmers Gebhard Berger: “Zeit sich zu bewaffnen” prangert es in deutlichen Lettern zwischen dem vorgeblich multikulturell geprägten Verbildungsauftrag des Schauspieldirektors Stengele hervor.

Eine Anzeige, die seitens der linksideologisch geprägten Provinzelite erst zu heftigsten Anfällen von Schnappatmung und gespielter öffentlicher Empörung geführt hatte, ziert nun also den werbefinanzierten Spielplan des Theaters Altenburg. Wo doch der unbequeme Optiker für seine dreiste Art und Weise, von seinem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch zu machen, immer wieder seitens der Provinzprominenz aus Polit und Kultur in öffentlicher Kritik stand.

Ja, selbst die dem Theater auf engste verbundene Landrätin, Michaele Sojka, die Stengele erst kürzlich mit der “Medaille für besondere Verdienste des Landkreises Altenburger Land” (also so etwas wie das Bundesverdienstkreuz für die abgehängte Provinzelite) ehrte, echauffierte sich öffentlich über Bergers Werbeanzeige, die ja sogar vom Werberat gerügt wurde – oh wei! Mehr noch, kündigte sie doch selbst den Boykott des lokalen Anzeigeblattes “Kurier” an, sofern dieser weiter diese “unsäglichen” Bergerbriefe veröffentliche.

Doch wenn es ums Geld geht, scheint man es mit den öffentlichkeitswirksam so vehement verteidigten Prinzipien nicht mehr ganz so ernst zu nehmen und ist sich scheinbar dann doch nicht zu schade, auch mal ganz schamlos in den Geldbeutel des regional-berüchtigten Vorzeige-Querulanten Berger zu greifen und dessen ach so hasserfüllten Werbebotschaften über die eigene Webseite zu verbreiten.

Schämen Sie sich, Herr Stengele. Und Frau Sojka: hat ein Theater, dass derartige Botschaften öffentlich verbreitet, wirklich Ihre Untersützung verdient? Sollten Sie hier nicht auch zum Boykott aufrufen oder zumindest Ihren Einfluss geltend machen? Ich bin mir sicher, Sie werden es, so dass die Anzeige ganz schnell von der Webseite des Theater Altenburg verschwindet, gelle? Im Namen von Toleranz und Meinungsfreiheit, versteht sich. Oder dann doch lieber die Kohle einstreichen und die Werbung für ein Jahr auf der Webseite lassen? Ziemliche Zwickmühle.

Link: Spielplan Theater Altenburg/Gera

Über Michael Külbel

Michael Külbel ist freischaffender Künstler und Grafikdesigner aus Altenburg. Seit 2015 arbeitet er mit im Team von altenburg-online.de im Bereich Redaktion, Administration, Gestaltung und Berichterstattung.

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Ein Kommentar

  1. Was für ein Dilemma. Aber interessant, den Ausgang zu betrachten. Es gibt erst die richtige Würze mit nem Veganer über Fleischkonsum zu diskutieren, wenn der ‘ne Wurstfabrik geerbt hat…

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